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Entra ID ohne Druckserver: Was wird aus dem Plotter?

Wer auf Entra ID umsteigt, verabschiedet sich meist auch vom lokalen Druckserver. Die Bürodrucker ziehen problemlos um, der Großformatplotter nicht. Hier lesen Sie, welche Möglichkeiten es gibt und mit welcher Variante wir arbeiten.

Von 2nd wind Veröffentlicht 14. Oktober 2026 6 Min. Lesezeit

Das Problem

Ein klassischer Windows-Druckserver hängt am Active Directory. Stellen Sie Ihre Geräte auf Microsoft Entra ID und Intune um, ist der Druckserver oft einer der letzten Gründe, überhaupt noch einen Domänencontroller zu betreiben.

Bürodrucker ziehen problemlos um. Ingenieurbüros haben aber noch ein Gerät, bei dem es nicht so einfach ist: den Plotter, also den Großformatdrucker, der A0- und A1-Pläne von der Rolle druckt.

Warum Universal Print das Problem nicht löst

Der naheliegende Ersatz ist Universal Print, der Cloud-Druckdienst von Microsoft. Für Bürodrucker funktioniert er gut, für Plotter nicht, und das sagt Microsoft auch selbst. Laut FAQ unterstützt Universal Print derzeit nur Seitendrucker. Plotter erfordern demnach eine besondere Behandlung von Rollengrößen und weiteren Plotterfunktionen, und einen voraussichtlichen Termin für die Unterstützung von Plottern gibt es nicht.

Woran es technisch hakt, zeigt sich, wenn Sie einen Plotter trotzdem über den Connector von Universal Print anbinden. Der Connector übersetzt die Optionen des Druckertreibers anhand einer festen Zuordnungstabelle und verwirft jede Option, für die es keine Zuordnung gibt. Die Tabelle ist auf den Büroalltag ausgelegt: Die Formate A2, A1 und A0 fehlen, und viele der Großformateinstellungen, auf die sich Ihr Team verlässt, kommen deshalb nicht durch.

Die Möglichkeiten

  1. Einen kleinen Druckserver nur für den Plotter behalten. Das funktioniert, aber Sie behalten einen Server, seine Updates und oft auch die Abhängigkeit von der Domäne, die Sie eigentlich loswerden wollten.
  2. Bürodrucker über Universal Print anbinden, den Plotter direkt verteilen. Die Bürodrucker laufen über Universal Print. Der Plotter wird mit seinem eigenen Treiber und einem direkten Netzwerkport auf den wenigen Geräten installiert, die ihn brauchen.
  3. Alle Drucker direkt verteilen. Sämtliche Drucker, auch der Plotter, werden über Ihre Geräteverwaltung direkt auf den Geräten installiert, mit den Treibern der Hersteller und einem direkten Netzwerkport. Kein Druckserver, kein Cloud-Druckdienst.

So machen wir es

Ingenieurbüros mit 30 bis 150 Mitarbeitenden empfehlen wir Option 3, weil sie der einfachste Aufbau ist, bei dem jede Treiberfunktion erhalten bleibt:

  • Treiber aus einer zentralen Ablage. Die Treiberpakete der Hersteller liegen in einem geschützten Webspeicher, und jedes Gerät lädt nur die Pakete herunter, die es braucht.
  • Drucker nach Team. Ein kleiner Katalog ordnet den Teams ihre Drucker zu: Die Tragwerksplanung bekommt ihren Plotter, das Sekretariat nicht.
  • Standardeinstellungen inklusive. Die gewohnten Einstellungen wie Papierformat, Farbe und Duplexdruck exportieren wir einmal vom alten Druckserver und übertragen sie auf die neuen Drucker.
  • Gesteuert über die Geräteverwaltung. Ein Skript in der Verwaltungsplattform läuft auf jedem Gerät, gleicht das Installierte mit dem Katalog ab und ändert nur, was abweicht. Ein zweiter Durchlauf ändert nichts mehr.
  • Alte Verbindungen erst zum Schluss. Die Verbindungen zum alten Druckserver entfernen wir erst, wenn die neuen Drucker auf dem jeweiligen Gerät nachweislich eingerichtet sind.

Bevor Sie den Druckserver abschalten

  • Listen Sie alle Drucker auf, jeweils mit Treiber und Nutzern.
  • Exportieren Sie die Standardeinstellungen, die erhalten bleiben sollen.
  • Testen Sie eine Woche lang mit einem Team, alte und neue Drucker parallel.
  • Schalten Sie die Druckerverteilung per Gruppenrichtlinie ab, sobald die neue Verteilung startet, damit sich beide nicht gegenseitig in die Quere kommen.
  • Halten Sie die alten Druckwarteschlangen ein paar Tage lang an, bevor Sie die Druckserverrolle entfernen. So erfahren Sie von allem, was Sie übersehen haben, solange es sich noch leicht rückgängig machen lässt.

Quellen

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  • Kein First Level
  • Keine Überraschungen
  • Erst testen, dann entscheiden